Freitag, 26. April 2013

Herd an! Licht aus! - Induktionskochfeld verursacht einen Kurzschluss

Unsere Küche im IKEA Küchenplaner
Es begab sich gleich zu Anfang des neuen Jahres  - genauer gesagt am 20.01.2013 - da war Selina in der Küche und kochte etwas auf dem Induktionsherd. Ganz normal. Auf der großen Platte hinten links. In einem großen Topf. Noch während alles soweit wie immer funktionierte und blubberte wurde es plötzlich in der gesamten Wohnung dunkel. Fernseher, Internet: Alles tot. Gut, da wird wohl eine Sicherung rausgeflogen sein. Im Sicherungskasten im Flur konnte Selina  dank Handytaschenlampe auch eine Sicherung finden, die rausgeflogen war. Also Schalter wieder hoch - es bleibt dunkel im Haus. Da war wohl mehr passiert. Also nächster Schritt: Im Treppenhaus geschaut. Licht an. Gut. Scheinbar nicht das ganze Haus betroffen - oder gar die ganze Straße / Stadt. Also muss wohl die 32A Sicherung für unsere Wohnung unten im Erdgeschoß bei den Stromzählern ausgelöst haben. Treppe runter, Sicherung rein, Treppe rauf - und das Licht in der Wohnung ist wieder an. Die Uhren blinken auf 00:00 - so weit so gut...
Also auf zum Herd, Sensortaste für den Herd auf ON - alles gut. Aber in dem Moment, wo man die hintere linke Herdplatte auf 1 stellt - klack. Siehe oben. Licht aus. Eine der beiden 16A Sicherungen vom Herd hat ausgelöst, und die 32A im Erdgeschoss auch. Da drängt sich der Verdacht auf, dass hier etwas kaputt ist...
Ich kam erst später nach Hause, und musste mir erst Mal selbst ein Bild davon machen. Also gleiches Spiel. Wieder zwei Mal die Sicherungen "getestet" - der Fehler war reproduzierbar. Nicht nur mit der Platte oben links, sondern auch mit der Herdplate unten rechts. Nicht jedoch mit den beiden Herdplatten unten links und oben rechts - hier lief alles "normal". Ok, das wird uns später noch nützlich sein - daher also gut, dass man immer alles ausprobiert, bevor man falsche Schlüsse zieht.
Es folgen zunächst ein paar Details zum Kochfeld selbst, damit dieser Eintrag auch von "Leidensgenossen" gefunden werden kann. Das Kochfeld haben wir zusammen mit der Küche übernommen. Aus den Unterlagen geht hervor, dass das Kochfeld gute 6 Jahre alt ist. Gekauft wurde es ursprünglich bei IKEA und trägt den Namen IKEA/WH Type: PLEII - Model 90109901 - HOB V00 S N - Der Hersteller dieses Kochfeldes (und auch von fast allen anderen Kochfeldern auf Induktionsbasis in Deutschland) ist die Firma E.G.O. - Elektrogerätebau Obderderdingen - Produktnummer hier ist 75.08007.510 RC - 230V 6.95kW - Herstellungsdatum ist 09/2006 - Das Kochfeld ist ein separat betriebenes Kochfeld mit einer CERAN Oberfläche von Schott - das ganze ist ohne Backofen. Der Backofen wird also extra gekauft und wie auch bei uns separat eingebaut (siehe Illustration oben).  Daher wird das Kochfeld nur mit 2 Phasen bzw. bei uns mit einer Phase aber über zwei Leitungen mit jeweils 16A abgesichert vom Verteiler in der Wohnung zum Herd betrieben. Drehstrom wird für ein Kochfeld nicht benötigt.
Abb. 2: Induktionskochfeld ohne Ceran-Glasplatte

Hier aber jetzt noch der dringende Hinweis, dass die folgende Reparatur bitte niemand nachmacht, der nicht mindestens Elektriker ist. Ich gebe hier keine Anleitung zur Reparatur, sondern schreibe einen Bericht auf, wie bei mir eine Reparatur abgelaufen ist! Arbeiten am Stromanschluss - das Öffnen von elektrischen Geräten etc. ist nur durch eine Fachkraft zulässig. Nichts für Einsteiger! NICHT NACHMACHEN!


Als nächstes also beide 16A Sicherung im Kasten in der Wohnung auf OFF gestellt und den Induktionsherd vorsichtig aus der Mulde gehoben. Wie gut, dass ich beim Einbau letztes Jahr das Kochfeld "erst mal" nicht mit der Arbeitsplatte verschraubt und dann später vergessen habe. Unten die Stromversorgung am Kochfeld fachgerecht abgeklemmt und somit das ganze Induktionsfeld vom Stromnetz entkoppelt. Vorher schraube ich gar nichts auf! Dann konnte ich von unten ein paar Schrauben lösen und die CERAN Platte von oben entfernen. Das Ergebnis ist auf dem Bild oben zu sehen. Die weißen Platten sind aus sehr empfindlichem, Watte-ähnlichem Material. Es dient als Puffer zwischen den Induktionsspulen und dem Ceranfeld. Damit man an die eigentliche Elektronik kommt, mussten die Platten runter. Das ist nicht weiter schwer, sie sind nicht festgeschraubt, sondern liegen zwischen jeweils vier einzelnen Metallnasen. Wichtig ist, dass man sich vor dem Lösen der Kabel merkt, welche Platte wo liegt - und wo und wie die entsprechenden Kabel verlaufen und angeschlossen sind. Ich hab das entsprechend mit einer großen Anzahl Fotos dokumentiert, die mir beim späteren Zusammenbau sehr hilfreich waren. 

Abb. 3: Das Mainboard
Kaum sind die Platten abgebaut konnte man auch weitere Schrauben entdecken, die dann dafür sorgen, dass die Metallabdeckung ebenfalls verschwindet - und endlich die Elektronik freigegeben wird. Etwas Elektronik haben wir auch schon auf dem Bild oben gesehen und mit entfernt - dabei handelt es sich aber nur um die Sensortasten für die Bedienung - hier war kein Fehler zu vermuten. Also schauen wir uns die Lage mal genauer an. Ich hatte gehofft hier jetzt irgendwo ein Bauteil zu finden, welches offensichtlich kaputt ist. Schwarz. Verbrannt. Stinkt. Irgendwie sowas. War aber nicht. Was man auf Abbildung 3 sieht ist ein großer Lüfter (rechts) - ein großer Kühlkörper (links) - zwei baugleiche Platinen (links oben  / links unten) - und eine Art Netzteil Platine rechts unten. Die Anschlüsse für die Platten befinden sich jeweils auf den baugleichen Platinen - oben links kann man die 4 Schrauben horizontal auf der Platine verteilt gut erkennen - oder auf der Abbildung 4 weiter unten mit nur der unteren Platine ebenfalls. Eine Herdplatte wird mit zwei Kabeln und zwei Kabelschuhen an zwei Schrauben angeschlossen. Und jeweils zwei diagonal gegenüberliegende Herdplatten werden an eine Platine angeschlossen. Aha! Also wird vielleicht nur eine der beiden Platinen kaputt sein - denn das Problem mit der fliegenden Sicherung trat ja nur bei zwei gegenüberliegenden Platten auf. In unserem Fall ist also die untere Platine betroffen, wie ich mit den Fotos von vorhin gut sehen konnte. Gut, so schwer kann es ja dann nicht werden, denn: Von der Netzteil-Platine geht jeweils ein Paar dickere Kabel zu den Platinen - und noch ein dünnes Kabel mit Steuerleitungen. 
Abb. 4: Die defekte Platine
Erster Versuch: Vergleichsmessung direkt an dem Anschluss  mit den dickeren Kabeln zwischen der oberen (funktionierenden) und der unteren (kaputten?) Platine. Multimeter auf "Durchgangsprüfer" gestellt - kurz beide Spitzen zusammen gehalten - piiiiiiieeeeep - funktioniert. Ergebnis der Überprüfung der Platinen: Bei der unteren Platine liegt ein satter Kurzschluss vor. Das darf so ja nicht sein. Oben ist alles ok, kein Durchgang. Meine Vermutung: Erst wenn auf dem Kochfeld die Sensortaste für eine der beiden betroffenen Platinen aktiviert wird, wird der Strom angelegt. Und das gibt sofort einen Kurzschluss  zurück bis ins Netz. Darum fliegt auch nur eine der beiden 16A Sicherungen - die andere bekommt von dem Kurzschluss nichts mit. Und da die 32 A Sicherung im Erdgeschoss die gleiche Trägheitsstufe zu besitzen scheint, wie die 16A Sicherungen in unserer Wohnung und wir einen satten Kurzschluss produzieren, fliegt die gleich mit. Nächster Schritt: Platine ausbauen und nachdenken. Es fällt auf, dass der Kühlkörper eigentlich aus zwei Teilen besteht. Mein nächster Gedanke war: Wenn hier ein Bauteil kaputt geht, einfach so, dann wird es wohl permanent einer hohen Belastung ausgesetzt sein. Und wenn hier etwas viel Last aushalten muss, dann werden das wohl die Bauteile sein, die auch direkt an dem Kühlkörper angeschlossen sind. Es handelt sich dabei um einen Brückengleichrichter und vier Stück eines Bauteils mit drei Beinen (da denkt man gleich an einen Transistor) -  IXGR32N60CD1 - Der Hersteller ist IXYS. Aber schön langsam... 
Wenn man den "Eingang" der Platine (also dort, wo das braun / blaue Aderpaar vom Netzteil kommend aufgesteckt ist) weiter verfolgt (also auf der Platine der Leiterbahn folgt) landet man direkt bei dem Brückengleichrichter GBJ2510 1000 Volt 25 Ampere. Aus den 230V Wechselspannung wird also eine simple Gleichspannung erzeugt. Diese Gleichspannung wird dann als nächstes irgendwie an diese anderen vier "Transistoren" verteilt. Diese vier Bauteile sind genau genommen zwei Paar dieser Bauteile, die sich dann jeweils um eine Herplatte kümmern. 
Eine weitere Umfrage bei Facebook förderte auch gleich noch einen Interessanten Link  zu Tage (Danke an Jan Krause), der weitere Details zu diesem Bauteil und mögliche Alternativen offenbart: Es ist ein IGBT (insulated-gate bipolar transistor) - eine Weiterentwicklung eines Leistungs-MOSFET. Also vereinfacht gesprochen: Ein Schalter, der hohe Last in sehr kurzer Zeit ein und aus schalten kann, gesteuert durch eine Elektronik. Wer sich etwas genauer mit der Funktionsweise eines Induktionskochfeldes befassen möchte, findet hier die entsprechenden Details. Dieser IGBT jedenfalls muss bis zu 10.000 Mal pro Sekunde einen Strom von bis zu 8 Ampere schalten - bei 230 Volt Gleichspannung. Er kann aber noch viel mehr, laut Spezifikation: 45 Ampere. Mit einer Schaltzeit von 55 Nano Sekunden. Bei bis zu 600 Volt. Das ist schon eine sehr zerstörerische Aufgabe - man stelle sich vor: Ein Lichtschalter, der etwa 100 Glühbirnen mit je 100 Watt gleichzeitig an und ausschaltet - und zwar 10.000.000 Mal pro Sekunde...
Abb. 5: IGBTs mit Kühlkörper
Weiter bei der Fehlersuche. Da ich diese Platine ja zwei mal besitze, konnte ich also durch testen mit dem Durchgangsprüfer feststellen, dass die beiden linken IGBTs ein gleiches Messergebnis abgaben wie alle vier auf der funktionierenden Platine. Es gab je nach Anschluss des Durchgangsprüfer einen Piepton- oder eben nicht. Und das war bei sechs IGBTs gleich - aber bei den beiden rechts auf der defekten Platine war es anders: Hier gab es "Durchzug" zwischen allen Beinchen in alle Richtungen. Auch der Brückengleichrichter hat sich nicht so verhalten, wie man es von einem Gleichrichter erwartet - ich fürchte mal, der ist kaputt gegangen, weil wir ja erst mehrfach ausprobiert haben, ob der Herd nicht doch irgendwie funktioniert bzw. der Fehler reproduzierbar ist. Ich hab also meine "Opfer" gefunden: 2 x IGBT und 1 x Gleichrichter. Den letzteren bekommt man für 2 Euro bei Conrad Elektronik - die IGBTs nur bei ausgesuchten Elektronikläden im Internet mit einer langen Lieferzeit und für weit über 20 Euro pro Stück. Oder bei Ebay (Danke an meinen Vater für den Tipp, einfach mal dort zu suchen) - für 3,50 Euro - aus Hong Kong. Also hab ich gleich 5 Stück bestellt, damit die Versandkosten von 4 Euro auch gerecht verteilt werden und ich eventuell noch zwei in Reserve habe, falls die noch funktionierenden sechs Stück auch nach und nach drauf gehen. Und einen weiteren in Reserve, falls ich beim Einbau etwas vermurxe. Leider ist die Lieferzeit bei Versand als Brief aus Hong Kong auch etwa drei Wochen. So lange mussten also meine Reparaturarbeiten eine Pause einlegen. 
Wer jetzt glaubt, dass wir so lange nicht gekocht haben, der irrt - Dank des Umzugs von Laura und Ian haben wir ein separat zu betreibendes 2-Platten Kochfeld, welches man einfach in die Steckdose stecken kann, auf dem Dachboden liegen. Auch dies ist ein Induktionskochfeld. Damit kamen wir über die Runden.
Abb. 6: Bauteile ausgebaut - Beinchen amputiert
In der Zwischenzeit konnte ich aber darüber grübeln, wie ich die betroffenen drei Bauteile am besten ausgebaut bekomme. In der Abbildung 5 ist zu erkennen, dass die Bauteile mit Klammern am Kühlkörper befestigt sind. Ich konnte leider im Internet nichts dazu finden, wie diese Klammern vom Kühlkörper zu lösen sind - also vorsichtig mit einem flachen Schraubendreher mit viel Kraft die Klammern aufgehebelt und entfernt - und dann den Kühlkörper abgenommen. In dem Moment war auch klar, dass zur Reparatur auch noch Wärmeleitpaste besorgt werden musste, die den Kühlkörper mit den Bauteilen verbindet. Aber diese gibt es ja auch im PC Zubehörladen. Damit ich die Bauteile ausgebaut bekomme, mussten leider die Beinchen abgekniffen werden - sonst bekommt man nicht alle drei (bzw. vier) Beinchen eines Bauteils auf einmal mit dem Lötkolben erhitzt, und das Bauteil somit nicht raus.

Die Füße, die abgetrennt in der Platine steckten, ließen sich dennoch mit dem Lötkolben nicht auslöten. Der Lötzinn wollte einfach nicht schmelzen - als wenn mein Lötkolben nicht heiß genug werden würde. Ein Anruf bei Robert später klärte mich auf: Der Industrie-Lötzinn wird ohne Blei hergestellt und ist daher weniger leicht zu löten. Gut zu erkennen an einem kleinen Symbol auf der Platine mit einem durchgestrichenen Pb Symbol. Aber es gibt natürlich auch hier einen Trick: Einfach etwas normalen Lötzinn mit Flussmittel dazu schmelzen - alles vermisch sich gut, und dann bekommt man die Beinchen auch heraus. 
Wunderbar. Jetzt noch mit der Entlötsaugpumpe das in den Lötaugen verbliebene Lötzinn wegsaugen, damit die irgendwann eintreffenden Ersatzteile auch direkt eingelötet werden können. Ganz sauber hab ich es nur mit Entlötlitze aus einem Kupfergeflecht bekommen. Es vergingen ein paar Wochen, dann kam endlich der Brief aus HongKong - da der Warenwert unter 20 Euro lag, ist auch keine Verzollung und keine Einfuhrumsatzsteuererhebung erforderlich. In der Zwischenzeit habe ich mich schon auf die Suche nach einem neuen Induktionskochfeld gemacht - die gibt es mittlerweile schon für unter 250 Euro bei Amazon - in den Rezensionen wurde aber auch schon nach wenigen Monaten Nutzungszeit bei einzelnen Kommentaren von genau unserem Fehlerbild berichtet. Schon merkwürdig. Auch eine Recherche im Netz förderte zu Tage, dass ich mit dem Problem der sterbenden IGBTs nicht alleine bin. Bei Ebay findet man sogar Händler, die bewusst defekte Induktionskochfelder ankaufen (aber nur solche, die unten drunter eine große helle Plastikabdeckung und den Aufdruck E.G.O. haben - es gibt also noch weitere Reparaturkünstler da draußen, die dann vermutlich die selbst reparierten Kochfelder wieder weiter verkaufen. Das würde ich mit einem von mir reparierten Kochfeld nie machen - ich kann dafür ja keine Gewährleistung geben.) Weiter im Text.


Abb. 8: Gleichrichter und Transistoren
Die Teile sind angekommen. Die beiden IGBTs und der Gleichrichter waren schnell eingelötet - die Beinchen auf die richtige Länge (nach dem Einlöten) gestutzt und in den passenden Winkel gebogen. Nun musste nur noch der Kühlkörper und die beiden verbliebenen IGBTs von der alten Wärmeleitpaste befreit werden - das geht am besten mit Spiritus und einem weichen Lappen. Die Halteklammern ließen sich auch mit zwei Zangen wieder etwas zurück biegen, damit sie ordentlich Druck auf die Bauteile und die Wärmeleitpaste ausüben. Die Montage der Klammern an den Bauteilen und am Kühlkörper ging aber mit einer passenden Holzunterlage und einem Hammer ganz gut. Jetzt muss nur noch schnell schnell alles wieder zusammen gebaut werden und der spannende Funktionstest würde gleich stattfinden. So war der neue Plan. 
Beim Zusammenbau aber fiel mir dann auf, dass ich beim Abziehen des kleinen Steuerkabels von der Netzteilplatine zu der defekten Platine vor einigen Wochen nicht nur das Kabel mit dem Stecker von der Platine gezogen habe, sondern wohl auch die kleine Buchse gleich mit abgerissen wurde. Diese hing auch noch an dem Steuerkabel und an dem Stecker dran. Hier musste man mit zwei Büroklammern und einer Flachrundzange vorsichtig Buchse und Stecker trennen - und die Buchse dann mit der richtigen Ausrichtung und mit einer sehr sehr feinen Lötspitze auf die Platine auflöten. OK, auch das ging gut.


Abb. 9: Platine wieder komplett
Danach konnte der Zusammenbau fortgesetzt werden. Die Kochplatten einfach wieder anschließen - hier wurden jetzt die Eingangs vor ein paar Wochen angefertigten Fotos sehr hilfreich. Alle Schrauben wieder rein - Kabel dran - und vorsichtig wieder in das ausgesägte Loch in der Arbeitsplatte versenken. Sicherungen wieder auf ON. Und dann kam der spannende Moment. Hab ich alles richtig gemacht? Was mach ich, wenn mir der Herd um die Ohren fliegt? Die Küche abbrennt? - Sicher ist sicher - also zum einen hab ich eine Brille auf, meine Augen sind also geschützt. Ich hab zusätzlich eine Stirnlampe auf, falls direkt wieder die Sicherung rausfliegt. Außerdem hab ich einen Feuerlöscher bereit gestellt - nur für den Fall der Fälle. Das Handy ist auch in der Tasche. Also mit lang ausgestrecktem Arm den ON Sensorschalter auf dem Kochfeld hastig angetippt. Zu kurz. Nicht reagiert. Also länger, Finger drauf lassen. An! Ok, das ging aber ja vorher auch schon... Jetzt muss man die betroffene Platte (hinten links oder vorne rechts) nur noch einschalten. Fangen wir mit Stufe 1 ein - es geht! Die Sicherung bleibt drin. Einen Topf Wasser aufgesetzt, auf 9 und P gestellt, für maximale Leistung - und das typische Geräusch für einen Induktionsherd summt auf. Ich hab dann wirklich erst mal 5 Liter Wasser zum kochen gebracht und alles genau beobachtet - kein Rauch - keine Funken. Alles funktioniert wieder wie zuvor. Herd repariert: Herd an - Licht an! :) Darauf dann erst Mal ein kaltes Bier aus dem Kühlschrank. Stolz wie Chris :)





Kommentare:

evamel hat gesagt…

Habe ich gerade gelesen und musste an dich denken :-)

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/geplanter-verschleiss-von-produkten-reparieren-macht-gluecklich-1.1659903

http://www.induktionskochfeldtest.com/ hat gesagt…

Naja, wenn man es technisch und handwerklich so drauf hat, wie du dann ist das schon eine feine Sache.
Mir fehlt da irgendwie das Talent und die Zeit dafür!

Ben hat gesagt…

Hallo,
ich bin gerade dabei nach deiner Anleitung mein Induktionskochfeld zu flicken :o)
Dabei fiel mir auf, dass auch ein anderes Bauteil beschädigt worden ist. Es sieht wie eine Z-Diode aus aber ich finde niergendwo eine genauere Beschreibung bzw. Kennung der Diode.
Hast du vielleicht eine Ahnung welchen Wert diese Diode haben könnte?
Es sind die Dioden die an diesem Bauteil mit drei Beinchen sind.
Sie sind wahrscheinlich beim Kurzschluß durchgeknallt.

Gruß Ben

Chris Kierspel hat gesagt…

Hallo Ben,

schick mir doch mal ein Foto von dem Bauteil, und dem, was da so drumherum *wächst* - chris et zaubii punkt de

Grüße

Chris

Philipp John hat gesagt…

Hallo,

habe ein Kochfeld von Caso.
Master E4 Slide. 4 Monate nach Ablauf der Garantie die selben Symptome.
Jedoch bei jeder der 4 Kochzonen. Da es laut Profectis keine lieferbaren Ersatzteile mehr gibt, bin ich froh mir hier Ansätze zur Reparatur finden zu können.

Gerät geöffnet und die IGBT's gemessen. 1 Paar lässt sich nicht messen. Dann auch gleich den Brückengleichrichter der selben Platine geprüfte und hier ist auch was nicht in Ordnung.

Also ausgelöst und nach langer Suche festgestellt, dass diese Teile nirgends auf Lager sind. Also Anhand der Werte einen Ersatz gefunden und bestellt.

Zudem neue Wärmeleitpaste für den Brückengleichrichter und für die IGBT's Wärmeleitfolie (nicht leitend) geordert.

Die Teile treffen diese Woche ein.
Ich hoffe das ich dann auch den Erfolg feiern kann.

Jedenfalls einen riesen Dank für diesen Lösungsansatz!!

Ich geb dann mal Bescheid ob es läuft.

Philipp John hat gesagt…

So,

Teile eingebaut und auch ich bin jetzt wieder zufrieden.
Alles richtig gemacht. Das Teil läuft wieder!!

Nochmals ein riesen Dank für die Lösung!!!

Jan hat gesagt…

Wie ich sehe ist alles wieder im Lot... ich hatte das Problem zum Glück noch nicht aber falls es soweit ist meld ich mich bei euch! :D

Roland Schultz hat gesagt…

Das ist mal eine richtig gute Reparaturanleitung.
Ich hatte genau das gleiche Problem bei einem Induktionsherd von VZUG, aber das Innenleben und der Aufbau der Platinen ist identisch.

Ich hatte zusätzlich das Problem, dass im Netzteil eine Sicherung durchgebrannt war. Das war nicht sofort zu erkennen, da zwar 2 Sicherungshalter vorhanden sind, aber ohne Sicherungen. Die Sicherung ist durch eine verjüngte Kupferbahn auf der Platine dargestellt. Wenn die durchgebrannt ist einfach eine Sicherung in die Halterung einsetzen und es geht wieder. 20A 250V T

Juan Carlos Rütt hat gesagt…

Abend.... sag mal hast du noch ersatzteile?

Chris Kierspel hat gesagt…

Ich besitze keine Ersatzteile mehr, aber EBAY ist eine gute Quelle :)

Juan Carlos Rütt hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Alexander Schmidt hat gesagt…

Vielen Dank für die Erklärung. Falls Sie Unterstützung bei der Verkaufsberatung benötigen, empfehle ich Ihnen iDeals

induktionskochfeld.one hat gesagt…

Da würde ich für mich mit meinem elektrischen Talent die Finger von lassen. Sehr interessant geschildert...

Nithan hat gesagt…

For individuals who have a power breakdown to manage, you have only one strategy to decide its starting point with greatest effectiveness, and that is to utilize a multi meter. Multimeters gauge a few electrical related properties, which incorporate current, resistance alongside both AC in addition to DC voltage How to use multimeter.

Anonym hat gesagt…

Hi Leute,

mich hat das gleiche Schicksal bei unserem Miele Herd nach 3,5 Jahren ereilt.
Die Elektronik kostet als Ersatzteil ca. 600 € :-D.

Als ergänzender Hinweis zu der Anleitung:

1.
Das Material zwischen IGBT und dem Kühlkörper, ist eine Aluminiumoxid - Scheibe und natürliche beidseitig Wärmeleitpaste.
Allerdings ist eine Aluminiumoxid - Scheibe in der Bauform, nur schwer zu beschaffen.
Also passt auf, dass ihr sie nicht beschädigt.
Die Verwendung von Wärmeleitfolie als Erstatz, ist nur bedingt geeignet.

2.
Sollte nach dem Austauch der IGBTs, der Herd immer noch ohne Funktion sein, ist vermutlich der Treibe auch hinüber. Dabei handelt es sich um ein SMD - Bauteil und somit die Grenze des möglich ereicht. Da braucht ihr jemanden der entsprechendes Werkzug hat.

Anonym hat gesagt…

Unser Miele KM5993 hat´s nun auch erwischt.
Erst Sicherung raus, Sicherung wieder rein, Fehler E31...
Lange gesucht und festgestellt, ist auch ein Kochfeld von E.G.O. ...

Option 1 : Neues Kochfeld ~ 2000€
Option 2 : Miele Service kommen lassen ~ 1200€
Option 3 : Tip wer nicht selber reparieren möchte/löten kann : Induktionsfeld bei einem freien Service reparieren lassen, einfach mal in den einschlägigen Kleinanzeigenportalen schauen

oder aber, gefährlich, nichts für Laien :

Option 4 : Fehler vergleichen mit dem hier im Blog, Bauteile durchmessen, Bauteile selber ordern und einbauen/löten.

Wichtig wie bereits erwähnt, Fotos machen, Kabel beschriften...

Option 4 ist nur für diejenigen von Euch die wissen, auf welcher Seite der Lötkolben heiss wird und denen bewusst ist, das ein Kochfeld bei voller Leistung 11,1 KW aus dem Netz zieht, das ist Drehstrom, 400 Volt mit über 11.000 Watt.
Da geht viel Energie durch, es muss sauber und penibel gearbeitet werden, andernfalls drohen elektrischer Schlag, Funken, Feuer und Brand !

Hab mich für Option 4 entschieden, konnte anhand des Blogs die gleichen defekten Bauteile identifizieren und durchmessen.

2 * IGBT IXGR48N60C3D1
1 * Brückengleichrichter GBJ2510
1 * Wärmeleitpaste

Meinem Vorredner im Blog kann ich nicht zustimmen, auf meiner Platine sitzen die beiden IGBTs direkt auf dem Aluminiumkühlkörper da die Rückseite der IGBTs elektrisch isoliert ist, keine Zwischenplatte notwendig, aber Wärmeleitpaste, vorher penibel alles sauber machen !

Zusätzlich zu den Bauteilen war auf dem Netzteil die Leiterbahn durchgebrannt, da bereits Stecksockel vorhanden sind hier folgendes einsetzen :

SIBA189020-20 - Stecksicherung 20A

Kosten der Bauteile zus. 27€ incl. Versand, zum Vergleich neues Kochfeld 2000€, Miele Service 1200€ ...

Ich habe die Bauteile komplett hier erworben :

https://darisusgmbh.de/

Ich habe dort zum ersten Mal bestellt, Lieferung schnell und pünktlich, kannte den Shop vorher nicht, gibt auch bestimmt viele andere Anbieter, das ist kein Werbung, nur ein Hinweis !

Fazit :


Mein Kochfeld läuft wieder, vielen Dank an Chris !

Anonym hat gesagt…

Als ich die Fotos gesehen habe, dachte ich, was für ein Zufall, da hat jemand doch tatsächlich das identische Kochfeld. Aber dan las ich, dass es ein IKEA Feld ist. Bei uns ist die identische Elektronik in ein Miele KM 5958ED eingebaut. Das erste mal fiel die eine Leistungselektronik 2014 aus (Einbau 2010). Damals war der erste Kostenvorschlag über 900€, aus "Kulanz" wurde dann auf 357€ reduziert. Jetzt fiel die andere Platine aus. Es wurde eine kostenlose Überprüfung vereinbart: Ergebnis IGBT durchlegiert, neue Platine, Kosten 300€. Wir haben dankend abgelehnt, die Betriebskosten sind da eindeutig zu hoch. Für etwas mehr gibt es ja bereits ein neues Feld. Haben dann aber doch eine Reperatur in Erwägung gezogen:

Bauteile bei ebay bestellt (2 IGBT IXGR48N60C3D1, der Typ war zwar nicht drin, den obsoleten Typ wollte ich nicht einbauen, diesen Typ hat Miele in der Platine von 2014 verwendent, Gleichrichter GBJ2510, Sicherung 6.32x32mm, 20A/T, Wärmeleitpaste Kerafol KP92, hier Vorsicht beim Einbau, Paste ist leitfähig). Alles eingebaut und siehe da alles wieder in Ordnung.

Leider muss ich sagen, dass der Techniker beim Zerlegen des Kochfelds wirklich amteurhaft vorging. Der Sensor für die Restwärmeanzeige wurde aus dem weissen Isoliermaterial geradezu herausgerissen, so dass ich das jetzt mühsam zusammenfummeln musste.

Jedenfalls war's das mit Miele für uns.